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>Da Wöda (Wodan, Óðinn) als Allvater seine Macht nicht nur auf dem Lande ausübte, sondern auch Wind und Meer gebot, so mußte mann sich seiner Huld zu versichern suchen, namentlich wenn man Reisen zu Wasser unternahm; deshalb wurden im ersten Frühjahr auf den alten heiligen Plätzen große Opferfeuer angezündet und jung und alt tanzte um das Feuer und rief Wöda zum Schutze an (...) Am Tag darauf ging dann die männliche Bevölkerung in See.<
Ganz deutlich wird die Identität des Heiligen mit dem Gott in einem Thüringer Kindervers:
>Wer kommt denn da geritten? Herr Wude, Wude Nikolaus! Laß mich nicht lange bitten Und schüttle deinen Beutel aus.<
Wie ging es nun weiter mit dem Nikolauskult? In nordfranzösischen Klosterschulen kam der Brauch auf, einen Kinderbischof auszuwählen, der sich ausstaffierte und umzog. Auch hier liegt ein heidnischer Mittwinterbrauch des Gegengottes des Winters zu Grunde. Das Concil von Basel beklagt 1435:
>Daß etliche mit Mithrenstab und Kleidung wie die Bischöf den Segen geben, Tänz, Zechen und andere Gaukelspiel anrichteten ...<
Aus diesen „Kinderbischöfen" entwickelte sich das Christkind (heute als Jesuskind gedeutet), aus dem Nikolaus wurde der bekannte Weihnachtsmann. In katholischen Gegenden wurde der heidnische Gott Rupprecht (ursprünglich: „hruod-peraht", d.i. der „ruhmumglänzte" Óðinn) als „Knecht" dem christlichen Nikolaus beigeordnet. Auf dem 2. Vaticanischen Concil 1969 wurde St. Nikolaus aus dem Heiligenkalender der Kirche gestrichen, seine Verehrung aber freigestellt.
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