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Germanische Glaubens-Germeinschaft

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Nikolaus - ein heidnischer Gott (3 of 5)



Nach einer anderen Legende erschien Nikolaus des Nachts einem französischen Prior, der die Nikolausliturgie seinen Brüdern verboten hatte, schlug mit einer Gerte auf ihn ein und schleifte ihn an den Haaren. Der Schockzustand des Priors währte einige Tage.


In dieser Legende findet sich eine christliche Erklärung für die Rute des Nikolaus. Tatsächlich ist diese Rute aus dem Lebenszweig entstanden, mit der der Gott Fruchtbarkeit und Segen gibt. Am 18. 12. werden auch Barbarazweige geschmückt, und am 28. 12 ist der „Pfefferlestag", wo Kinder mit der Lebensrute geschlagen werden.


Eine andere Nikolauslegende ist als Nikolausspiel „Tres filie" (Drei Töchter) des Klosters von Fleury, Frankreich erhalten.


Da ein verarmter Edelmann seine drei Töchter weder ernähren, noch ihnen eine Aussteuer bezahlen kann, will er sie durch Prostitution ihren und seinen Unterhalt verdienen lassen. Als der Bischof Nikolaus davon erfährt, rettet er die Jungfrauen indem er dem armen Mann drei Mal einen Klumpen Gold als Brautschatz durchs Fenster wirft. Darum sind Nikolausattribute in der Darstellung drei goldene Äpfel oder Kugeln oder drei Kinder in einem Fäßchen. Letztere gehen auf die Legende von der Auferweckung dreier ermordeter Schüler zurück. In dem Nikolausspiel „Tres clerici" (Fleury) werden drei junge, wandernde Cleriker von dem Fleischerehepaar, bei dem sie Herberge genommen haben, aus Geldgier ermordet und in einem Salzfaß eingepökelt. Nikolaus kommt als Reisender vorbei, erkennt die Schandtat und überführt die beiden alten. Zum Schluß des Spieles flehen die Sünder um Verzeihung. St. Nikolaus erweckt die Schüler daraufhin zum Leben und bittet Gott in einem Gebet um Vergebung für die Sünder. Auch Hnikarr-Óðinn erweckt Verstorbene; das Runenlied im Hávamál jedenfalls schildert eine solche Begebenheit.

Die drei goldenen Äpfel finden wir in der Edda als Äpfel der ewigen Jugend. Noch heute werden Gaben durchs Fenster in die Stube geworfen. In England wirft Nikolaus seine Gaben zu Heiligabend durch den Schornstein, am Kamin hängen Strümpfe, in denen die Kinder beschenkt werden, während bei uns die Burschen ihre Schuhe am Vorabend des 6. 12. herausstellen, gefüllt mit Hafer für Óðins Roß, und sich hernach Gaben (Äpfel und Nüsse) erhoffen. Die Mädchen wurden 12 Tage später, am Barbaratag beschenkt. Bei dem Brauch der Schuhe oder Strümpfe geht es um die Füße.

 

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