Ich halte einen DV auch für wichtig, um für unsere Religion etwas erreichen zu können. Kleine Vereine haben da kaum Möglichkeiten sich Gehör zu verschaffen.Aber ein Zusammenschluß aus vielen Vereinen schon eher. Im Sozialwesen funktioniert das auch sehr gut. Da bekommen kleine soziale Vereine Fördermittel allein schon deshalb, weil sie Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband sind. Ohne den DV würde man sie kaum subventionieren. Und der DV sezt sich hier auch für die Rechte seiner Mitglieder ein. Als kleiner Verein hätte man da kaum Aussichten auf Erfolg. Nur hat der PWV sich im Laufe der Jahre einen Namen gemacht und hat eine entsprechende Lobby. Die Frage ist, wie man das für einen DV der heidnischen Vereine schaffen kann.
hG matsek
Wenn Menschen Vernunftsgründen nicht mehr zugänglich sind, kann man natürlich nichts machen. Aber davon gehe ich selbst bei meinen Gegnern nicht aus. Man muß sich halt fragen: Brauchen wir einen DV und: Was sind unsere Befürchtungen bezüglich eines DV, wo die GGG mit dabei ist.
Und diese Befürchtungen kann man im Vorfeld berücksichtigen, indem man die Statuten entsprechend ändert, so daß die Befürchtungen nicht mehr entstehen. Z. B. könnten einige vielleicht denken, ich wolle die Sache dominieren. Aber wenn sie dann sehen, daß jede Gemeinschaft ein gleiches Stimmrecht hat, dann sollte das nicht mehr gelten. Oder das Vetorecht, womit sie praktisch jeden Beschluß des DV kippen können, so daß die Befürchtung, daß der DV Entscheidungen, die gegen sie gerichtet sind, beschließt, nicht aufkommen kann. Selbst wenn z. B. der DV als Sprecher mich wählen würde (was deswegen unrealistisch ist, weil ich dieses Amt gar nicht haben will), könnten sie die Wahl per Veto stoppen.
Es kann also gar nichts gegen den Willen der beteiligten Gruppen geschehen.
Sicher ist ein derart verfaßter DV nicht so handlungsfähig, wie ein DV, der mehr Rechte hat. Aber hier geht es weniger um die Macht eines DV, sondern eher darum, überhaupt einen DV (erstmals in der Geschichte des deutschen Neuheidentums) zu haben.
Es gibt zwar schon "Kulturgeister" und "Concilium GENA", aber beide sind keine Dachverbände für germanische Heiden. "Kulturgeister" schränkt die Gruppen bereits damit ein, daß man die Anerkennung einer monotheistischen Präambel verlangt. Dort waren an Mitgliedern eigentlich nur der ORD und der YK dabei, neben einigen magischen Gruppen (Druiden, Wiccas). Letztere gar nicht als Vereine registriert. Als der ORD austrat, wurde der DV Kulturgeister quasi zu einer Abteilung des YK. Man geht dort sehr willkürlich um, läßt nicht jeden hinein (z. B. die HG oder GGG hat man gar nicht erst eingeladen). Betreffs von "rechten" Gruppen hat man keine klaren Bestimmungen, was darunter fällt, und was nicht, sondern scheint einfach nach dem Ruf in der Presse zu gehen. Dem ORD warf man wohl eines seiner Mitglieder vor, das auch für die DVU arbeitet. Das ist Willkür, kein vernünftiges Vorgehen. Es fehlen also für alle (Außenstehende und Mitgliedsgruppen) klare und eindeutig nachvollziehbare Kriterien, wie ich sie mit der Heranziehung des Verfassungsschutzberichtes für unsern DV vorschlage.
"Concilium GENA" ist ein DV, der sich heute fast nur noch auf magisch-satanische Orden bezieht. Also ein ganz anderes Feld. Von beiden Dachverbänden hat man auch eigentlich nichts mehr gehört. Sie tun also viel zu wenig.
Und der "WCER" ist ja nur ein internationaler DV, der übrigens auch recht wenig tut.
Es fehlt also ein deutscher DV mit breiter Basis der größten Gemeinschzaften.
Ich fasse noch einmal zusammen:
- Klare Präambel, nicht irgendein monotheistisch-esoterisches Bla-Bla,
- DV nur für germanische und celtische Gruppen, die die Götter anerkennen,
- DV nur für Gruppen, die eingetragene Vereine sind,
- Klar geregelte Stimmenzahlen, Vetorecht,
- Eindeutige Kriterien betreffs "rechter" Gruppen (Verfassungsschutzbericht),
- Eindeutige Zuständigkeit des DV nur für Vertretung in der Gesellschaft, nicht für religiös-inhaltliche Dinge der Gemeinschaften.
Streit gibt es immer dort, wo Menschen unterschiedlicher Gemeinschaften und Religionen sitzen. Das ist normal. Die Strukturen müssen so sein, daß alles geordnet und ohne den DV zu gefährden, geschehen kann.
Was sollte man an den Strukturen noch verändern?
Geza
Wer stellt die Personen des DV? Sind das Mitglieder der einzelnen Vereine, welche durch Wahl in den DV gelangen? Wie kommt es zur Gründung eines DV, nachdem die Grundstrukturen geklärt sind?
matsek
Jede Gemeinschaft soll nach diesem Entwurf 2 Vertreter in den DV entsenden. Wie sie die bestimmt, ist ihre eigene Angelegenheit. Wahl ist möglich, oder die Aufgabe übernehmen Vorständler, oder es werden eigene Beauftragte ernannt.
Wenn die Grundstrukturen soweit stehen, wird man die einzelnen Gemeinschaften fragen, ob sie grundsätzlich für so ein Projekt offen sind und was sie ggfls. an den Strukturen noch ändern wollen.
Irgendwann hat man dann Gruppen, die einen DV wollen und Strukturen, denen diese Gruppen zustimmen (weil sie sie ja selbst festgelegt haben).
Dann setzt man eigentlich nur noch einen Ort und Zeit fest, wo sich die Vertreter des DV dann treffen, um ihn "offiziell" zu gründen. In der Zwischenzeit wählt jede Gruppe ihre Vertreter für den DV aus.
Geza
Momentan rollen einige Räder zur Gründung eines Zentralrat der Heiden in Deutschland. Was anfangs noch als Witz begann scheint mittlerweile ernsthaft zu werden...
Ein solcher Zentralrat ist zwar nicht dasselbe wie ein Dachverband, erfüllt aber ähnliche Funktionen und wird wohl auch in der Öffentlichkeit eher an Bedeutung gewinnen.
Aber bis das soweit ist werden sich wohl die einzelnen Gruppen untereinander erst einmal mehr einig werden müssen.
Blablala...das hatten wir schon alles! Es dreht sich im Kreis...
Ein Zentralrat, zu dem nicht alle Heidengruppen einen Vertreter senden können, taugt nichts. Denn er würde nur die Interessen von einigen Wenigen vertreten, was nicht der Sinn eines solchen Rates oder Verbandes sein kann.
Hallo,
man sollte mal abwarten, was die Initiatoren dafür vorschlagen, wie dieser Zentralrat funktionieren soll.
Gruß
Erwin
Hm, lustigerweise fomiert ein Verein aus dem östlichen Ruhrgebiet auch grade einen Art Dachverband. Zumindest hat das der Chef dieses "Ordens" in einschlägige Foren gepostet.Offenbar ist der Wunsch wohl von allen Seiten da, aber es hängt an persönlichen Problemchen einzelner Leute.
Jeder will sein eigenes Süppchen kochen, aber so wird das nie etwas mit einem heidnischen Dachverband. Entweder ziehen alle gemeinsam an einem Strick oder es muß scheitern.
Und genau daran wirds wohl immer wieder scheitern. Die Idee ist wirklich gut, doch irgendwie will jeder seine Weltanschauung ansprechend vertreten sehen, und leider gehört eben zu solchen Ansichten oft auch die generelle Ablehnung von einzelnen Personen, Gruppen oder wie auch immer gearteten Glaubensrichtungen und Teilen davon.
(03-11-2009 09:05 PM)Märchenwesen schrieb: [ -> ]Momentan rollen einige Räder zur Gründung eines Zentralrat der Heiden in Deutschland. Was anfangs noch als Witz begann scheint mittlerweile ernsthaft zu werden...
Ich habe davon noch nichts gehört. Und das ist genau der Kritikpunkt: Wenn man einen DV oder Zentralverband gründen will, sollte man das ja doch so öffentlich machen, daß zumindest die in Frage kommenden Gemeinschaften darüber informiert werden. Denn die braucht man ja für seinen Pläne des ZV.
Wenn man schon im Vorfeld willkürlich einteilt in "Gute und Böse" (kurioserweise von Leuten, die die Existenz dieser Begriffe bei unsern Vorfahren leugnen), dann wird es nie ein DV werden. Man muß sich für ein DV-Projekt von seinen Urteilen und Vorurteilen trennen. Wir sehen es doch gerade in der Politik: Die SPD koaliert in Brandenburg mit der Linkspartei, in der auch überführte Stasi-Leute sind. Würde die SPD nun ihre durchaus begründete Kritik an der Stasi thematisieren, wäre es nicht zu der Koalition gekommen. Wohlgemerkt, die Stasi hat einigen (in der SPD) ziemlich geschadet, ist für ungerechte Haftstrafen, Folter oder Kinderverschleppung zuständig gewesen. Trotzdem hat man sich zusammengerauft. Solange Heiden das nicht auch schaffen, wird jeder DV-Versuch scheitern.
Übrigens haben mir die DG und HG bereits ihr Interesse an einem DV signalisiert. Ich fände es nun auch gut, wenn Leute vom ER und VfgH sich hier einmal melden würden (die zweifelsohne mitlesen). Einen DV mit kleiner Basis zu begründen, hat wenig Sinn (siehe "Kulturgeister"), denn er würde von diesen Gemeinschaften geprägt werden und damit für andere unattraktiv.
Zitat:ich hätte mal die Frage: Wenn es ein DV gäbe, müßte der sich auch mit gesellschaftlicher /wirtschaftlicher Fehlentwicklung beschäftigen und Stellung dazu nehmen?
Der DV soll keine Stellung nehmen zu Fragen der allgemeinen Politik oder zu gesellschaftlichen Fehlentwicklungen. Der DV soll einzig und allein helfen, die Integration des Heidentums in die Gesellschaft zu bewirken und alle damit zusammenhängenden Probleme zu lösen. Auf mögliche Fehlentwicklungen in der modernen christlich-atheistisch dominierten Gesellschaft hinzuweisen sollte allein den Religionen selbst vorbehalten bleiben. Also in unserem Falle den Priestern oder spirituellen Vertretern des Heidentums. So könnten wir z. B. auf die nach unserer Religion abzulehnende Gentechnik hinweisen. Der DV dürfte das nicht, denn er vertritt ja unterschiedliche Gemeinschaften, die auch unterschiedliche ethische Vorstellungen haben. Was wir Altheiden ablehnen, könnten Neuheiden ja befürworten. Und selbst wenn alle im DV vertretenen Gemeinschaften sich in so einer Frage völlig einig wären, dürfte der DV dennoch nichts dazu sagen, denn die Vertreter im DV sind nicht unbedingt qualifiziert, z. B. so eine Ablehnung der Gentechnik spirituell zu begründen. Sie könnten nur rein weltlich argumentieren: Wir haben Angst vor der Gefahr dieser Gentechnik. Sie könnten nicht spirituell argumentieren und begründen, wie es Priester oder Theologen einer Religion können.
Der DV muß also auf die Vertretung des Heidentums in der Gesellschaft beschränkt bleiben, dazu kann er Erklärungen geben, Anträge stellen oder Klagen führen. Inhaltliche Aussagen (Gentechnik ist gut oder schlecht) darf er nicht machen.
Lichtgruß, Geza
Um hier mitreden zu können, muß man sich allerdings registrieren. Aber es existiert keine "schwarze Liste" von Leuten, die hier nicht zugelassen sind. Jeder der höflich bleibt und vor allem, wer sich keinen Götternamen gibt, kann sich hier registrieren lassen. Dabei ist völlig egal, wie er etwa zum Altheidentum steht oder zu meinem Amt oder mir persönlich (ich bin hier auch nur gewöhnlicher User) oder zur GGG. Wir sind kein Forum von "Ja-Sagern" und unfreien Angepaßten. Jeder kann seine Meinung sagen, wenn er dabei höflich bleibt.
Lichtgruß, Geza
Hallo an alle,
ich möchte hiermit unser Interesse an der Dachverband-Idee anzeigen.
Es geht hier nicht um "private Streitereien", deswegen bin ich nicht hier und es soll auch friedlich bleiben. Wir haben sicherlich unsere Differenzen, aber hier geht es nicht um Euch oder uns, sondern um -die Sache- und zwar unsere gemeinsame Sache Heidentum. Wir hoffen auch, daß wir mit einem guten Beispiel voran gehen indem wir zeigen, daß wir -trotz allem- daran interessiert sind das Ansehen des Heidentum in unserem Land gemeinsam zu fördern. Ich würde mich wirklich freuen, wenn noch weitere Vereine und Gemeinschaften als die hier jetzt anwesenden einmal über den Tellerrand hinausschauen können.
Uns erscheinen die im Anfangsbeitrag vorgeschlagenen Strukturen größtenteils sehr gerecht und demokratisch. Deswegen möchten wir uns beteiligen. Wir erkennen in der Idee keine Struktur, in welcher einzelne Personen oder Vereine höher stehen sollen als Andere und mit dieser Grundvoraussetzung kann man sicherlich arbeiten.
Wir haben noch einige Fragen und Anmerkungen zu machen, aber das folgt in den nächsten Tagen. Hier sollte es erstmal um unser Interesse gehen. Falls ich ab und zu mal nicht sofort schreibe ist das kein böser Wille, es kann sein das wir manches intern bei uns zwischendurch abklären müssen.
Gruß, Ronny
-Wodans Erben e.V.-
Hallo Ronny,
kannst du werbend auf andere Gruppen einwirken, denn du scheinst ein Mittel zu haben, nicht grundsätzlich dagegen sein zu wollen/müssen.
Gruß
Erwin
Schön, dass jetzt schon zwei Vereine zusammen arbeiten. :)
Gibt es eigentlich einen neutralen Grund und Boden auf dem man so etwas planen könnte? Ich meine ein Forum, was nicht zu irgendeinem Verein gehört? Das wäre vielleicht von Vorteil, damit niemand sagen kann, dass ein Verein da mehr zu sagen hat als andere. Am besten mit neutraler/sehr zurückhaltender Moderation/Admins.